London Fashion Week

Was hat Sex-Dating mit der Modewelt zu tun?

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Ein Model bei der London Men's Fashion Week.

Anfang Januar kollidierten in London zwei Welten: die Hochglanz-Welt der Mode und scheinbar zwielichtige Welt des mobilen Sex-Dating.

Das angesagte Modelabel J. W. Anderson hat während der Fashion Week Modegeschichte geschrieben, indem es seine aktuelle Kollektions-Präsentation live auf einer Sex-App für Schwule namens Grindr streamen ließ.

Experten und Insider waren amüsiert, verwirrt und schockiert zugleich. Wie konnte sich das schicke Label in einem so unschicklichen Umfeld präsentieren? Auf den ersten Blick wirkt es tatsächlich wie ein Widerspruch, neue Klamotten ausgerechnet einem Publikum vorzustellen, das sich hier eher unbekleidet zeigt. Auf den zweiten Blick ist es allerdings nur ein weiterer Beweis dafür, dass Sex-Dating längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist – und dass schwule Männer wieder mal als erste bereit sind, eine früher als abseitig verpönte Sexualpraxis als Mainstream zu akzeptieren.

Die gesellschaftliche Akzeptanz von Sex-Dates

Gays überall auf der Welt verabreden sich seit Popularisierung der App (kurz nach der Gründung 2009) immer selbstverständlicher über Grindr. Die User-Zahlen stiegen in etwa parallel zu der als Sex-Dating App bekannten „Hetero-Version“ Tinder, aber mit dem Unterschied, dass Grindr und seine User kein Geheimnis daraus machen, dass es hier um unverfängliche Sex-Dates geht – nicht mehr und nicht weniger.

Genau darin liegt auch der Haupt-Unterschied zwischen schwulem und heterosexuellem Sex-Dating. Während schwule Männer wie der eingangs erwähnte Designer Jonathan Anderson, der noch wesentlich prominentere amerikanische Designer Marc Jacobs und der britische Autor, Schauspieler und Moderator Stephen Fry offen damit umgehen, die App genutzt zu haben, um Sex-Partner kennen zu lernen, drucksen heterosexuelle Tinder-User noch herum. Sie nutzen die App zwar, aber tun entweder so, als würden sie eine Beziehung suchen oder verraten ihrem Umfeld gar nicht erst, dass sie Tindern.

Manfred Müller von dating-kompass.de erklärt, warum genau darin das Problem der bekannten Sex-Dating-App liegt:

„Auf Grindr sind sich alle einig, dass sie nach Sex suchen und beschreiben sogar ihre Präferenzen offen und ehrlich – so findet jeder genau das, wonach er sucht. Weil Tinder sich nicht so recht traut, das Kind beim Namen zu nennen, suchen die Nutzer teils aneinander vorbei. In einer Umfrage gaben 83% der Männer, aber nur 53% der Frauen an, mit Hilfe der App einen Sex-Partner kennen lernen zu wollen. 52% der Frauen und nur 23% Männer hingegen sind ganz unschuldig auf der Suche nach Freundschaften. Da ist Frustration natürlich vorprogrammiert.“

Allerdings geht der Experte, der für die Vergleichs- und Informationsplattform alle gängigen Sex-Dating Apps und Websites getestet hat, davon aus, dass auch heterosexuelle Singles es bald der Schwulen-Szene gleichtun werden: „Eigentlich können alle Beteiligten nur davon profitieren, offen und ehrlich mit der Suche nach Sex-Dates umzugehen. Das beobachten wir schon jetzt bei den erfolgreichen Casual Dating-Seiten wie C-Date und Secret. Da gehen auch Frauen offen mit ihren Wünschen und Sehnsüchten um. Es wird Zeit, dass dieser Trend gesellschaftliche Akzeptanz findet.“

Welche Casual Dating Seite ist in München und Umgebung für Sex-Dates zu empfehlen?

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